Discover Tarragona
Tarragona betritt das Szenarium der Geschichtsschreibung mit den Römern, obgleich schon im 5. Jh. v. Ch. eine Iberersiedlung bezeugt ist. Während des zweiten Punischen Krieges 218 v. Ch. landete Gnaeus Cornelius Scipio Calvus in Tarragona und gründete eine Garnison, die sich mit der Zeit zum militärischen Hauptstützpunkt von Hispania entwickelte. Von hier aus wurde die Iberische Halbinsel während der darauffolgenden 200 Jahre erobert und die römische Kultur fand in ganz Hispania Verbreitung.
Im 2. Jh. v. Ch. wurde die Stadt mit dem Bau der Stadtmauer und der Legung eines Straßennetzes gegliedert. Die Bedeutung der Stadt nahm während des 2. und 1. Jh. v. Ch. mit der Ankunft neuer Siedler zu. Julius Cäsar verlieh ihr möglicherweise im Jahre 45 v. Ch. den Titel einer Kolonie. Von 26 bis 25 v. Ch. residierte hier Kaiser Augustus, führte die Kämpfe gegen die Kantabrer und Asturier und regierte das Imperium erstmals nicht von Rom aus. In dieser Epoche erfuhr die Stadt Erneuerungen, das Straßennetz wurde ersetzt, das Theater gebaut und der Altar, wie durch die klassischen Brunnen bezeugt, errichtet.
Im 1. und 2. Jh. n. Ch. erlangte Tárraco als Hauptstadt der Provinz Hispania citerior als größte Provinz des Imperiums, und zu der über die Hälfte der Iberischen Insel zählte, große Bedeutung und wurde ständig erweitert. Die Stadt erhielt eine Fülle an Monumenten: Das Forum wurde erweitert, öffentliche Thermen und das Amphitheater wurden gebaut. In der Akropolis wurden des Weiteren das Provinzforum und der Zirkus als grandioses architektonisches Gefüge errichtet. Es wurde der berühmte Augustus Tempel, den Tacito erwähnte, gebaut, der später als Beispiel für alle Provinzen des Imperiums herangezogen wurde und von Kaiser Adrian während seines Besuches 122/123 n. Ch. restauriert wurde.
Im Jahre 259 erlitten der Bischof Fructuosos und seine Diakone Augurio und Eulogio im Amphitheater den Märtyrertod. Es besteht Gewissheit, dass schon zu jener Zeit eine gut organisierte christliche Gemeinde existierte. Die Krise im 3. Jahrhundert betraf Tárraco und die Hauptstadt als auch einige auf dem Land gelegenen Villas wurden von Bränden heimgesucht. Die Stadt erholte sich während des 4. und 5. Jh. nur allmählich, jedoch wurden einige Stadtteile definitiv verlassen. Aus dieser Zeit stammen bemerkenswerte Monumente wie die spätromanische Villa von Centcelles und die frühchristliche Nekropolis mit beiden Basiliken. Zu dieser Zeit erlangte der Bischof von Tarragona als Primas von Hispania vorherrschende Macht.
Die Bedeutung von Tárraco wurde mit den uns überlieferten Monumenten verewigt. Die Zeit an sich und vor allem neue Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass viele dieser Zeitzeugen verschwanden. Seit einigen Jahren finden Aufarbeitungs- und Restaurationsarbeiten statt, um dieses Kulturgut dem breiten Publikum, das sich seiner Bedeutung bewusst ist, zugängig zu machen.
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